90 Jahre biodynamisch – der Kurs in die Zukunft

Die Demeter-Gemeinschaft feiert Jubiläum:

90 Jahre biodynamisch – der Kurs in die Zukunft

06.01.2014
Der Kurs in die Zukunft - der Demeter e.V. feiert 90 Jahre biodynamische Landwirtschaft
Der Kurs in die Zukunft - der Demeter e.V. feiert 90 Jahre biodynamische Landwirtschaft

Rudolf Steiners Impuls von 1924 zum Gedeihen der Landwirtschaft fiel auf fruchtbaren Boden. Seitdem arbeitet eine starke Demeter-Gemeinschaft daran, dass eine gesunde Erde das trägt, wovon der Mensch leben kann. Heute und in Zukunft. Mit allen Kräften.

„Den Pionieren in Sachen Bio ist es gelungen, Biodynamisch mit der Marke Demeter als moderne und zukunftsfähige Anbauweise zu etablieren. In vielen Bereichen setzt die Demeter-Gemeinschaft Maßstäbe: Nachhaltig fruchtbarer Boden, wesensgemäße Tierhaltung, Projekte zum Tierwohl, Initiativen zur Pflanzenzüchtung, gekonnt handwerkliche Verarbeitung mit ausschließlich absolut notwendigen Zusatzstoffen“, resümiert Demeter-Vorstand Alexander Gerber. Zugleich gibt es für die Demeter-Akteure des 21. Jahrhunderts noch viel zu tun: „Wir arbeiten daran, Steiners geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft immer besser zu verstehen und konsequenter umzusetzen. Wir entwickeln Modelle des miteinander Wirtschaftens über alle Ebenen der Wertschöpfungskette vom Züchter über den Erzeuger bis zum Verarbeiter, Händler und Konsumenten. Unser gemeinsames Streben geht dahin, diese Wertschöpfungskette in einen Wertschätzungskreislauf zu verwandeln. Unsere Arbeit soll dazu beitragen, die Erde zu heilen und den Menschen Nahrung zu bieten, die der Entwicklung dient und Körper, Seele und Geist gleichermaßen stärkt.“

Pfingsten 1924 ist das Geburtsdatum der Biodynamischen Wirtschaftsweise. Vor 90 Jahren hielt Rudolf Steiner auf Gut Koberwitz bei Breslau seine acht Vorträge zum Gedeihen der Landwirtschaft. Eine Gruppe Bauern, die sich von der Anthroposophie inspiriert fühlt, hatte den visionären Vordenker dazu gedrängt. Sie erhoffte sich von Steiner konkrete Hilfestellungen für eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft. Die Landwirte waren besorgt, weil die Qualität der Lebensmittel, die Fruchtbarkeit der Böden und die Gesundheit von Pflanzen und Tiere spürbar nachgelassen hatten. Diese zehn Tage sind auch die Geburtsstunde des modernen, ökologischen Landbaus.

Rudolf Steiners Impuls fiel auf fruchtbaren Boden. Das biodynamische Prinzip, den landwirtschaftlichen Betrieb als möglichst geschlossenen Organismus zu betrachten, ist zum Fundament der gesamten ökologischen Landwirtschaft geworden: Auf dem Bauernhof werden nur so viele Tiere gehalten, wie sich mit eigenem Futter ernähren lassen. Dadurch  wiederum liefern die Tiere ausreichend Dung, um die Pflanzen zu ernähren.

Der so genannte „Landwirtschaftliche Kurs“ von Koberwitz ist das geistige Fundament der biodynamischen Gemeinschaft auf allen Kontinenten. Was macht diese besondere Agrar- und Ernährungskultur aus, die über das schlichte Weglassen von chemischen Dünge- und Spritzmitteln oder Zusatzstoffen weit hinaus geht? Der entscheidende Unterschied liegt in einem erweiterten Verständnis der Landwirtschaft  begründet. Steiner erklärte den Praktikern 1924, dass Landwirtschaft mit dem ganzen Kosmos zusammenhängt. Was viele vielleicht vor allem durch das Phänomen der Gezeiten kennen, ist deutlich weit reichender und bedeutet letztlich, zu verstehen, dass alles miteinander verbunden ist. Steiner forderte die staunenden Zuhörer auf, seine aus übersinnlichen Erfahrungen geschöpften Erkenntnisse nicht einfach zu glauben, sondern sie zu erforschen und in der Praxis zu erproben. Genau das tun die biodynamischen Praktiker seitdem mit Enthusiasmus und Beharrlichkeit. Für ihre Produkte wählten die Initiatoren von damals, die sich zum Versuchsring anthroposophischer Landwirte zusammenschlossen, schon 1928 den Namen der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Er schlägt noch heute die Brücke zur spirituellen Dimension von biodynamisch und signalisiert höchste Qualität.

Seit den Vorträgen von 1924 hat sich die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise weiterentwickelt. Demeter ist seiner Pionierrolle treu geblieben. Heute, 90 Jahre nach Koberwitz, wirtschaften rund 1.400 Landwirte und über 330 Verarbeiter in Deutschland nach der Biodynamischen Wirtschaftsweise. Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in rund 50 Ländern von etwa 8.000 Bauern mit fast 160.000 Hektar Fläche nach Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet.

Das Jubiläum ist für die Demeter-Gemeinschaft Anlass, gemeinsam zu feiern, zurückzuschauen und voraus zu blicken. Unter dem Motto-Logo „90 Jahre biodynamisch – der Kurs in die Zukunft“ zeigt sie: biodynamisch ist zukunftsweisend und hat Antworten auf die Fragen, vor denen  Ökolandbau und Gesellschaft aktuell stehen.

06.01.2014
90 Jahre biodynamisch – der Kurs in die Zukunft
Die Demeter-Gemeinschaft feiert Jubiläum:

Rudolf Steiners Impuls von 1924 zum Gedeihen der Landwirtschaft fiel auf fruchtbaren Boden. Seitdem arbeitet eine starke Demeter-Gemeinschaft daran, dass eine gesunde Erde das trägt, wovon der Mensch leben kann. Heute und in Zukunft. Mit allen Kräften.

„Den Pionieren in Sachen Bio ist es gelungen, Biodynamisch mit der Marke Demeter als moderne und zukunftsfähige Anbauweise zu etablieren. In vielen Bereichen setzt die Demeter-Gemeinschaft Maßstäbe: Nachhaltig fruchtbarer Boden, wesensgemäße Tierhaltung, Projekte zum Tierwohl, Initiativen zur Pflanzenzüchtung, gekonnt handwerkliche Verarbeitung mit ausschließlich absolut notwendigen Zusatzstoffen“, resümiert Demeter-Vorstand Alexander Gerber. Zugleich gibt es für die Demeter-Akteure des 21. Jahrhunderts noch viel zu tun: „Wir arbeiten daran, Steiners geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft immer besser zu verstehen und konsequenter umzusetzen. Wir entwickeln Modelle des miteinander Wirtschaftens über alle Ebenen der Wertschöpfungskette vom Züchter über den Erzeuger bis zum Verarbeiter, Händler und Konsumenten. Unser gemeinsames Streben geht dahin, diese Wertschöpfungskette in einen Wertschätzungskreislauf zu verwandeln. Unsere Arbeit soll dazu beitragen, die Erde zu heilen und den Menschen Nahrung zu bieten, die der Entwicklung dient und Körper, Seele und Geist gleichermaßen stärkt.“

Pfingsten 1924 ist das Geburtsdatum der Biodynamischen Wirtschaftsweise. Vor 90 Jahren hielt Rudolf Steiner auf Gut Koberwitz bei Breslau seine acht Vorträge zum Gedeihen der Landwirtschaft. Eine Gruppe Bauern, die sich von der Anthroposophie inspiriert fühlt, hatte den visionären Vordenker dazu gedrängt. Sie erhoffte sich von Steiner konkrete Hilfestellungen für eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft. Die Landwirte waren besorgt, weil die Qualität der Lebensmittel, die Fruchtbarkeit der Böden und die Gesundheit von Pflanzen und Tiere spürbar nachgelassen hatten. Diese zehn Tage sind auch die Geburtsstunde des modernen, ökologischen Landbaus.

Rudolf Steiners Impuls fiel auf fruchtbaren Boden. Das biodynamische Prinzip, den landwirtschaftlichen Betrieb als möglichst geschlossenen Organismus zu betrachten, ist zum Fundament der gesamten ökologischen Landwirtschaft geworden: Auf dem Bauernhof werden nur so viele Tiere gehalten, wie sich mit eigenem Futter ernähren lassen. Dadurch  wiederum liefern die Tiere ausreichend Dung, um die Pflanzen zu ernähren.

Der so genannte „Landwirtschaftliche Kurs“ von Koberwitz ist das geistige Fundament der biodynamischen Gemeinschaft auf allen Kontinenten. Was macht diese besondere Agrar- und Ernährungskultur aus, die über das schlichte Weglassen von chemischen Dünge- und Spritzmitteln oder Zusatzstoffen weit hinaus geht? Der entscheidende Unterschied liegt in einem erweiterten Verständnis der Landwirtschaft  begründet. Steiner erklärte den Praktikern 1924, dass Landwirtschaft mit dem ganzen Kosmos zusammenhängt. Was viele vielleicht vor allem durch das Phänomen der Gezeiten kennen, ist deutlich weit reichender und bedeutet letztlich, zu verstehen, dass alles miteinander verbunden ist. Steiner forderte die staunenden Zuhörer auf, seine aus übersinnlichen Erfahrungen geschöpften Erkenntnisse nicht einfach zu glauben, sondern sie zu erforschen und in der Praxis zu erproben. Genau das tun die biodynamischen Praktiker seitdem mit Enthusiasmus und Beharrlichkeit. Für ihre Produkte wählten die Initiatoren von damals, die sich zum Versuchsring anthroposophischer Landwirte zusammenschlossen, schon 1928 den Namen der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Er schlägt noch heute die Brücke zur spirituellen Dimension von biodynamisch und signalisiert höchste Qualität.

Seit den Vorträgen von 1924 hat sich die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise weiterentwickelt. Demeter ist seiner Pionierrolle treu geblieben. Heute, 90 Jahre nach Koberwitz, wirtschaften rund 1.400 Landwirte und über 330 Verarbeiter in Deutschland nach der Biodynamischen Wirtschaftsweise. Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in rund 50 Ländern von etwa 8.000 Bauern mit fast 160.000 Hektar Fläche nach Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet.

Das Jubiläum ist für die Demeter-Gemeinschaft Anlass, gemeinsam zu feiern, zurückzuschauen und voraus zu blicken. Unter dem Motto-Logo „90 Jahre biodynamisch – der Kurs in die Zukunft“ zeigt sie: biodynamisch ist zukunftsweisend und hat Antworten auf die Fragen, vor denen  Ökolandbau und Gesellschaft aktuell stehen.