Biologisch-dynamisch von Anfang an
1924

zu Pfingsten hält Rudolf Steiner im schlesischen Koberwitz acht Vorträge "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft". Der "Versuchsring anthroposophischer Landwirte" erprobt umgehend die Angaben Steiners in der landwirtschaftlichen Praxis. Die "Verwertungsgenossenschaft für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsmethode" wird drei Jahre später gegründet.
1928

wird das Demeter-Warenzeichen eingeführt. Die ersten Merkmale für Demeter-Qualitäten werden formuliert. Auf der Finca Irlanda in Chiapas, am Westhang der Sierra Madre in einer stark zerklüfteten mexikanischen Gebirgskette, beginnen die Brüder Rodolfo und Walter Peters mit der biologisch-dynamischen Kaffeekultur. Inzwischen wird die Finca Irlanda in der dritten Generation biologisch-dynamisch bewirtschaftet.
1930

entwickeln Lili Kolisko und Ehrenfried Pfeiffer in Deutschland die Kupferchlorid-Kristallisation als bildschaffende Methode, mit der innere Qualitäten von Lebensmitteln in ihrer ganzen Komplexität sichtbar gemacht werden können. An der Landwirtschaftskammer Berlin und Brandenburg zeigen erste Versuche die Wirksamkeit der biologisch-dynamischen Präparate.
1931
werden bereits 1000 Höfe biologisch-dynamisch bewirtschaftet.
1932

wird der "Demeter-Wirtschaftsverbund" gegründet. Der Impuls, den Steiner gesetzt hat, kommt verstärkt auch im Ausland an. In der Schweiz, den Niederlanden, in Österreich, England, Schweden und Norwegen stellen Bauern auf die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise um.
1939
gründet sich die "Biologisch-Dynamische Gesellschaft" in Neuseeland.
1941
werden alle Demeter-Organisationen und die Monatsschrift "Demeter" in Deutschland durch die NSDAP verboten.
1946
tritt der "Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise" die Nachfolge des Versuchsringes an und muss intensive Aufbauarbeit leisten. Erste Einführungskurse für Interessierte finden statt.
1950

erscheint die erste "Lebendige Erde", die Zeitschrift des Forschungsrings. Das "Institut für biologisch-dynamische Forschung" wird in Darmstadt gegründet.
1952
beginnt die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit den Universitäten in Deutschland und aller Welt.
1954
konstituiert sich der Demeter-Bund.
1958
folgt die "Arbeitsgemeinschaft für Verarbeitung und Vertrieb von Demeter-Erzeugnissen" (AVV).
1963

veröffentlicht Maria Thun ihre langjährigen Beobachtungen kosmischer Zusammenhänge bei Einjahrespflanzen und entwickelt ihren Aussaatkalender, der seitdem jedes Jahr erscheint.
1973
wird die erste Dissertation (von Ulf Abele) zu einer biologisch-dynamischen Fragestellung an der Universität Giessen angenommen. Die Universität Hohenheim stellt ihr Versuchsgut Ensmad auf Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise um.
1978

startet die Landwirtschaftskammer Rheinland mit der Universität Bonn und dem Forschungsring den Langzeitversuch "Betriebsvergleich biologisch-dynamisch/konventionell" auf dem Boschheide-Hof im Rheinland, der die humusaufbau-fördernde Wirkung der Präparate nachweist.
1988
wird die "Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau" (AGÖL) als Zusammenschluss aller kontrolliert biologisch wirtschaftenden Anbau-Organisationen in Deutschland auf Initiative von Demeter gegründet.
1994

verabschiedet Demeter als erster ökologischer Anbauverband Richtlinien für die Verarbeitung von Lebensmitteln. Dr. Hartmut Spieß, Mitarbeiter im "Institut für biologisch-dynamische Forschung", schließt die erste Habilitation über ein biologisch-dynamisches Thema, die Mond-Rhythmen, ab. Der Verband strukturiert sich neu - Aufgaben bezogene soziale Dreigliederung in Geistes-, Rechts- und Wirtschaftsleben, Regionalisierung und Subsidiarität sind die Leitgedanken.
1996
wird aus der "Arbeitsgemeinschaft für Verarbeitung und Vertrieb" von Demeter-Erzeugnissen das Demeter-Marktforum. Alle bundesweit tätigen Verbandseinrichtungen ziehen in das Demeter-Haus am Rande von Darmstadt.
1997
wird Demeter International e.V. als Zusammenschluß 19 unabhängiger Demeter-Organisationen weltweit gegründet. Alle Kontinente sind vertreten.
1998
wird von Demeter Deutschland die strategisch bedeutsame Ausrichtung auf den Fachhandel als Vertriebspartner beschlossen.
1999

feiert die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise ihren 75. Geburtstag. Der Demeter-Verband geht wichtige Schritte auf dem Weg zu einer weltweiten Markengemeinschaft: Demeter bekommt ein neues Erscheinungsbild, das Markenzeichen wird überarbeitet. Das Demeter-Marktforum mit Erzeugern, Verarbeitern, Händlern und Verbrauchern erarbeitet das eigenständige Demeter-Marketing für Vielfalt unter einer gemeinsamen Marke. Die Demeter-Verarbeitungsrichtlinien gelten jetzt weltweit. Mehr als 3500 Demeter-Produkte von italienischen Antipasti über das kräftige Vollkornbrot, den Spitzen-Wein bis zum preisgekrönten Eis, schnelle Tiefkühl-Lasagne, Textilien und Kosmetika sind im Fachhandel zu haben. Die Demeter-Markengemeinschaft ist weltweit die größte Anbietergruppe kontrolliert ökologischer Waren.
2000
Der BSE-Skandal verändert die Rahmenbedingungen für die Demeter-Mitgliedsbetriebe und den gesamten Bio-Markt.
2001

Dr. Wolfgang Schaumann erhält das Bundesverdienstkreuz. Demeter tritt aus der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) aus. Das Bio-Siegel wird auf der Grundlage der EG-Verordnung 2091/92 eingeführt. Das Manifest "Lebenslandwirtschaft" des Forschungsrings wird mit 12.000 Unterschriften der Politik überreicht.
2002

Gründung des Bundesverbandes der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft als Nachfolgeorganisation der AGÖL. Einrichtung des Brüsseler Büros von Demeter International zur Vertretung der biologisch-dynamischen Interessen.
2004

Der Forschungsring initiiert "Ernährungs-Qualitäts-Studie" als erste wissenschaftliche Untersuchung der Wirkung von Demeter-Lebensmitteln auf das körperliche, geistige und seelische Befinden des Menschen. Mit Hilfe von Stiftungen kann eine Professur für Biologisch-Dynamischen Landbau an der Universität Kassel eingerichtet werden.
2007

Zum ersten Mal in der Geschichte der bio-dynamischen Bewegung gibt es einen gemeinsamen Verein, den Demeter e. V.
Die Mitgliederversammlungen von Demeter-Bund, Demeter-Marktforum und Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise haben den Zusammenschluss und die Auflösung des Marktforums in ihren jeweiligen Mitgliederversammlungen beschlossen. Der Forschungsring überträgt die Verbandsaufgaben auf den Demeter e. V., so dass nun auch die Richtlinienarbeit dort angesiedelt ist. Im Forschungsring als gemeinnützigen Verein werden weiter die reinen Forschungsaufgaben gebündelt.















Demeter International
